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tüddeldüddel-lüd hat eine bunt gemischte Gruppe Hamburger eingeladen, auf die Geräusche ihrer Stadt zu antworten und schickt sie auf die Suche nach der Bewegung, Poesie und Absurdität des urbanen täglichen Lebens. Es beginnt in den Straßen von Hamburg mit Tonaufnahmen subjektiver Klanglandschaften. Als Soundtrack in den Bühnenraum übertragen, ist dieser Klang der Stadt szenischen und choreographischen Elementen gegenübergestellt, die in einem neuntägigen Arbeitsprozess gemeinsam entwickelt wurden. Wie unter ein Vergrößerungsglas gelegt, reflektiert das Stück die Theatralität einer Stadt, gespiegelt in deren Repräsentationsräumen und in den Orten des Alltags.

Der Kreationsprozess knüpft an eine extrem physische Auseinandersetzung an. Isabelle Schad und Bruno Pocheron greifen hier auf unterschiedliche Bewegungs- und Körperwahrnehmungspraktiken, wie beispielsweise die Methode „Body-Mind Centering“ zurück. Es sind Praktiken, die zu einem kreativen Umgang mit Bewegung und Körperlichkeit anregen und Zugang zur eigenen Selbstwahrnehmung und somit zur Wahrnehmung des anderen öffnen und der Kommunikation nach außen wie auch nach innen den Weg ebnen.

Die Intention des Projektes ist ein „demokratischer Körper“. In einem Regelwerk komplexer Spielstrukturen muss ein jeder fortwährend Entscheidungen treffen, bewahrt sich in gewissem Sinne Autonomie und übernimmt gleichzeitig die Verantwortung für den „Gesamtkörper“ der Choreographie.

„Lernen zuzuhören, aufeinander zu hören“ ist für Schad und Pocheron wesentlich. Letztlich um diesen Klang der Stadt im Körper widerzuspiegeln.

Published 18 February 2009