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Tüddeldüddel-Lüd: Hamburg, wie es klingt und tanzt

7. Februar 2009, 02:42 Uhr

Respekt! Eine derart bunt gemischte Laientruppe aus 45 Frauen, Männern, Alten und Jungen binnen neun Tagen zu einem choreografisch disziplinierten Bewegungskosmos anzuregen, der über die Dauer einer knappen Stunde fast durchgehend fesselt, das ist ungewöhnlich.
"Tüddeldüddel-Lüd" heißt etwas neckisch mit hanseatischem Anklang eine Performance von Isabelle Schad und Bruno Pocheron, die mit Hilfe der Hamburger Tanzinitiative im Zentrum der Choreographie in der Kampnagelfabrik entstanden ist. Wohltuend dabei, dass die Beteiligten nicht
unter dem Drill der derzeit grassierenden Welle mitunter prätentiöser Tanzperformances mit körperlich Ungeübten steht, sondern dass hier jede Unzulänglichkeit individuell genutzt wird zu erstaunlich homogenen chorischen Gruppierungen und anrührenden Einzelbegegnungen. Auf eine
Soundcollage aus Alltagsgeräuschen, eingefangen an unzähligen Orten in Hamburg, antworten die Darsteller in rhythmisch-energetisch sich formenden und auflösenden Bildern. MN


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Published 18 February 2009