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In Hinter den Gärten setzen wir uns mit der Bewegung als Gruppe im Verhältnis zu deren Um_Raum, zu deren Um_Gebung auseinander.
Im Spannungsfeld zwischen Organismus und Maschine, zwischen künstlich und natürlich, zwischen Energie und Materie, zwischen Material und Bewegung suchen wir in der Arbeit nach alternativen Möglichkeiten zu bestehenden (Re)-Präsentationsformen und Realitäten.

Wir arbeiten von der Masse hin zur Organisation, zum Organ, zum Organismus, um Materialitäten in Bewegung zu bringen. Gemeinschaft bedeutet Praxis und findet Form in der Choreografie. Wir nähern uns dem Potential an, das Community und Körper zu einem neuen, einem weiteren Körper werden lässt - und zur Bühne.

Die Ursprünge für Bewegung und Tanz haben den Körper selbst als Grundlage und finden sich wieder in seinen Entwicklungssprozessen. Mein Ansatz für Körperpraxis und Bewegung ist demokratischer Natur, und erlaubt Jedermann - Tänzer oder Nicht-Tänzer, seinen Körper in der Bewegung und Prozesshaftigkeit neu erfahren zu können. Die Praxis, von der ich spreche (und hier wurde ich durch meine Fortbildungen bei Bonnie Bainbridge Cohen in Body-Mind Centering und Embryologie nachhaltig beeinflusst), ist daher eine Praxis der Gemeinschaft. Diese Praxis ist ein Lernorgan, gemeinschaftsbildend, und erlaubt uns, den Körper - wie die Realität - wieder neu zu denken; sie ist eine Suche nach dem Potential des (tanzenden) Körpers als Ort des Widerstands und des Zusammen-Seins; oder sie ist der Entwurf eines utopischen Gesellschaftsmodells, welches Subjektivität innerhalb von Kollektivität zulässt.

Das Bild (und die Bewegung) wird zum Organ des/der Körper/s und nicht seine Repräsentation. Die Form (Organisation des Materials = Choreografie) hängt hier mit zellulären Prozessen und Entwicklungsmustern zusammen. Die Form des Werdens mit Formen gesellschaftlicher Organisation zu vergleichen, Zusammenhänge und Interdependenzen zwischen Natur, Kultur, Praxis und Gemeinschaft zu erforschen, sind meine langjährigen Recherchefelder.

Die Besonderheit, ein letztes Stück Brache zum Ort des Widerstandes werden zu lassen, ihn während zwei Wochen für unsere Arbeit zu be-setzen, sich den Gesetzen von Natur und Wetter zu unterwerfen ist das Spezifische an Hinter den Gärten.

Published 18 September 2013