Teaching at ZZT Köln and FUGEN

I m happy to be co-teaching with Constanze Schellow my practices around an holistic approach to the body and choreography.
Jan 7.-9.2016
Fugen: 18:30, 9.1.2016 at ZZT Köln, Turmstrasse 3-5 ·
 50733 Köln-Nippes

Unfolding Practice
Formen Üben Finden Üben Formen

Der zeitgenössische Tanz seit den 1990er Jahren hinterfragt kritisch vorherrschende Bewegungs-Ästhetiken und Trainingsformen. Dass damit aber Konzepte wie „Übung“ oder „Form“ als solche einfach verworfen werden, ist ein Missverständnis. In unserem Workshop experimentieren wir aus der Perspektive unserer unterschiedlichen Praxisformen mit Prozessen des Übens und Formens - Isabelle als Tänzerin und Choreographin, Constanze als Tanztheoretikerin und Dramaturgin. Wir arbeiten dabei, in der Bewegung und im Schreiben, vom Einfachen zum Komplexen im Tun, Beobachten, Formen, Beschreiben. Ausgehend von Warm-Ups, die die Erfahrung des Körpers als Form-Werden, als Innen- und Außenraum vertiefen, sucht die Bewegungsarbeit in somatischer Herangehensweise Schnittstellen mit ‚schon gefundenen Formen‘ wie z.B. in den asiatischen Praktiken: Qi Gong, Meridian Dehnungen / Arbeit, Shiatsu, Aikido. Im Experimentieren mit Kompositionsprinzipien aus Isabelles aktuellem Stück „Fugen“ werden eigene choreographische Skizzen erarbeitet. In der Schreibpraxis setzen wir uns nicht nur damit auseinander, was eine „Form“ ist, sondern stellen uns auch die Frage, welche Textformen sich für die Begleitung von Arbeitsprozessen eignen, ohne diese einzuschränken.

Furthermore, I am showing my piece Fugen in the frame of Open Space.

See online : ZZT Köln

Published 3 January 2016

Some thoughts on the creation of Harvest

Als die Einladung von Theater o.N. kam, ein Stück für das ganz junge Publikum, für Kinder ab 3 Jahren zu machen, dachte ich zuerst daran, nach einem passenden Material zu suchen, mit welchem wir spielen, uns beschäftigen und bewegen können. Ziemlich schnell kam mir die Idee, die eigene Ernte aus dem Garten der Wiesenburg – das ist dort, wo wir unseren Arbeitsort, die Tanzhalle aufgebaut haben – zu untersuchen. Die erste Erprobung des ‘vorhandenen’ Materials fand dann schon weit im Vorfeld statt, im Juni letzten Jahres. Denn nur, wenn das Verhältnis zwischen Material und uns selbst, unseren Bewegungen und Sinnen spannend erscheint, denke ich, daß es sich lohnt, damit ein Stück, oder auch mehrere Stücke zu machen.
Schon vom ersten Tag an war klar, daß die geernteten Weidenzweige und -gerten, die großen wie die kleinen oder mittleren, ein ganz wunderbares und überraschendes Eigenleben mit sich bringen.

Die großen Äste sind gerade so lang, daß sie eben der Breite nach in unsere Halle passen, wenn sie auf einer Hand balanciert werden. Wenn die Person den eigenen Schwerpunkt hinter die Hand bringt, sodaß eine kreisförmige Bewegung entsteht, passen die längsten Äste minutiös hinein. Man muß also extrem präzise sein, um nicht anzustoßen. Zugleich entsteht dadurch eine verblüffende, riesige Maschine im Raum und eine extrem starke Energie. Es ist ganz spannend zu sehen, wie wenig es braucht - an Muskelkraft -, um die langen Stangen in Bewegung zu versetzen, und wie viel es braucht – an Geschicklichkeit, Spürsinn, und Verständnis für Gewichtsverlagerung, für innere und äußere Kräfte -, um sie zum Schweben, zum Drehen, in Bewegung, in die Vertikale, oder Horizontale zu bringen.
Hierfür hat das Training mit Stock und Schwert im Park, das ich seit dem zweiten Lockdown im Humboldthain initiiert habe, viel beigetragen. Die offenen Trainings sind übrigens ebenfalls in dem Spirit entstanden, mit dem umzugehen, was da ist – also auf eine Situation antworten zu müssen, in der Nähe und Training in geschlossenen Räumen unmöglich ist. Und zugleich haben wir im Training mit dem Stock auch viel Platz um jeden herum benötigt – da war der Park genau richtig. Selbst bei Wind und Wetter, auch im Schnee, haben wir uns getroffen. Ganz wichtig beim Aikido mit der Waffe ist, daß man nicht versucht, den Stock oder das Schwert zu bewegen, sondern daß man immer zuallererst sich selbst bewegt. Hier ist das Grundverständnis für den Umgang mit dem Material ungemein gewachsen, ...und das, ohne gleich auf die ‘Kreation’ hinarbeiten zu müssen. Ich denke ja immer noch, daß das tägliche Training, das sich aus Elementen des Aikido und somatischen Praktiken nährt, eine wunderbare Grundlage für jegliches ‘Stück-Entwickeln’ darstellt. Der Bezug von Selbst und Andere/Welt, sowie das Verständnis für Bewegung und Schwerkraft, für Fluss und Energie wird abseits vom choreographischen Schaffen geschult. Alles auf einmal erreichen zu wollen geht oftmals schief, oder wird ein ‘fake’. Worum geht es überhaupt? Immer wieder neue Stücke zu kreieren, das kann es sicher nicht sein, denke ich immer wieder, wenn sich – gerade in schwierigen Zeiten – die Sinnfragen in den Vordergrund drängeln.
Aber zurück zur Ernte. Mir hat die Idee gefallen, daß unsere Ernte recycelt, weiterverwendet und genutzt werden kann. Damit werden relevante Themen unserer Zeit ganz nebenbei und spielerisch ins Zentrum gerückt: es geht um die Aufmerksamkeit, um Respekt und Achtung der Natur gegenüber, die wir erbringen müssen, um unser Ökosystems - und am Ende des Tages - unseren Planeten nicht zu zerstören.
Im Prozess ist es eben diese Aufmerksamkeit, gegenüber den Zweigen, Bündeln und feinen Ästchen, die eine wirkliche Relation entstehen läßt: genau wie ich es früher als Kind bei der Ernte erfahren habe, wenn wir bei den Bauern, bei denen unsere Pferde standen, helfen durften.

Gemeinsam mit den Tänzer*innen haben wir daher viel Zeit damit verbracht, die Weidenernte nach Größen, Längen und Stärken der Äste zu sortieren, sie zu organisieren und sie schließlich in der Bewegung kennenzulernen. Wie biegsam sind sie und wie stark? Was können sie tragen? Wie verhalten sich die großen Zweige, wie die ganz dünnen und feinen? Wann wird das ganze so chaotisch im Raum, daß die Gerten besser zu Sträuchern gebündelt werden, um damit spielen zu können, und um dem Reisigbündel ein Eigenleben zu geben? Oder um es zu einem schamanischen Kostüm werden zu lassen, zu feuerähnlichen Gebilden, die sich von allein bewegen zu scheinen, die so knistern, als würden sie selbst gerade brennen?

Und noch etwas hat mich interessiert: in einem Moment habe ich gedacht: die akustischen Geräusche der unterschiedlichen Zweige sind so präsent, so lebendig und spannend! Wenn man das ganze Stück nun ausschließlich nach musikalischen Aspekten, nach Rhythmen und Resonanzen formt, als würde man an einem Musikstück oder einem Musical für die Kleinsten arbeiten, dann wäre das bestimmt perfekt….
Am Ende ist es natürlich nie nur das eine oder das andere, sondern viele Schichten formen nach und nach ein komplexes Ganzes, das dann wiederum ständig in Bewegung, in Veränderung ist…
Ich finde es so spannend zu bemerken, wie ich diese Arbeit, die auch ein ganz junges Publikum erreichen soll eigentlich wie immer angehe: die Aspekte von energetisch kraftvoller Bewegung, die aus dem täglichen gemeinsamen Training heraus wachsen, die visuellen und auditiven Aspekte, das Verhältnis von Selbst / Welt – bleiben im Fokus. Und zugleich arbeite ich mit dem Bewusstsein, daß das Stück auch für die ganz Kleinen funktionieren soll. Also: daß die gelenkte Aufmerksamkeit, die Kommunikation, Dauer und Rhythmus einfach stimmig sein müssen. Denn es gibt kein kritischeres Publikum diesbezüglich als Kinder, gerade wenn sie noch ganz jung sind. Es ist ja eigentlich das schönste Geschenk, das man sich machen kann, wenn man nach den sinnlichen, haptischen Erfahrungen sucht, die abseits von Verstand und Konzept wahrgenommen werden und zugleich kleine Wunder im eigenen Erfahren auslösen können.
Dauer und Aufmerksamkeit werden für das junge Publikum nochmals anders und neu beleuchtet. Aber im Grunde genommen, ist ein Stück wirklich toll, wenn es für alle funktioniert, unabhängig vom Alter, Hintergrundwissen, von Erfahrung oder Herkunft. Das war eigentlich schon immer mein Anliegen: mit meiner Arbeit Grenzen jeglicher Art überwinden zu können. In unserer heutigen Zeit, in Zeiten der Pandemie, wo die Grenzen immer enger werden, empfinde ich diesen Aspekt als relevanter denn je…

Published 2 May

Research @ Tanzhalle Wiesenburg


Currently Laurent Goldring and I are working on a new piece in Tanzhalle Wiesenburg. The research deals with the hands and the face.
We are working on images which will be seen in the frame of an exhibition lateron and on a performance, both being presented, soon, most probably in September21 in Berlin.
image: L.Goldring. all rights reserved.

Published 23 March

Knotting / Film / online

I am happy to announce the film-premiere of Knotting. The work was filmed a few days before the planned premiere in November 2020 and will now be available from March 12-21, 2021 on the Sophiensaele website (https://sophiensaele.com/) and on Tanzforum Berlin (https://www.tanzforumberlin.de)

The film for the performance Knotting documents the research for the piece in excerpts and was shot as an experiment five days before the planned premiere. The choreographic portrait is inspired by the fluid, elastic, expansive movements of the dancer Francesca d’Ath and deals with the physical understanding of the knot. A deep blue surface creates references in the set between heaven and earth, between reality and dream. A lucid space is created that makes parts of the body appear like cut-outs, referencing, among other things, the sensual and soft forms of painter Henri Matisse’s works. The choreography is a powerful, ongoing play with repetition and change – with movement that never begins, never ends.
pic: I.Schad. all rights reserved.

See online : Sophiensaele

Published 12 March

SODA Intensive @ HZT Berlin

Between 25 and 29th of January 2021, I have had the pleasure to teach at SODA, HZT in Berlin Uferstudios. It has been an intense, rich and wonderful experience...

What is universal in as much as movement, self awareness, togetherness, empathy, community are concerned? What links us beyond background, culture, nationality, gender, aesthetics ?
Understanding your own compositional strategies for making work can be seen as a way to formalise / analyse your choreographic practices. In this context I would like to share my own personal approach to body work, choreographic practices and how they relate to warm-ups, to material that is lived, formed and organised for and within you / others. My practices will then mingle, intervene with those coming from you and your own experiences.
We will do warm-ups / trainings together, which will introduce into different types of movement techniques around the energetic body, using principles deriving from Aikido, acupressure (Zen-Shiatsu), breathing techniques (Qi-gong and its relating theories); as well as other somatic practices such as Body-Mind Centering. The questions at stake are concerned with the notion of form and being. And what ‘in-forms’ a form - and the self: We are dealing with inner-outer relationships, the relation to oneself, and - as we are taking the opportunity to train in a group - also the relation of oneself to one another.

pic:I.Schad. all rights reserved.

Published 1 February

Harvest - research at Wiesenburg


This January 2021, we have started the research around the new work for kids from 3 years on: Harvest - at Wiesenburg.
Together with Jan Loris, Aya Toraiwa, Manuel Lindner and Emma Juliard, I have spent 3 intense weeks of working with the branches from our own harvest at Wiesenburg.

pic: I.Schad. all rights reserved.

Published 31 January

Embryology as Choreography

I have just been asked to write an essay about my artistic practices for the Magazine of the Muzeum Susch, which will be published soon, when I have taken the opportunity to revisit an older text of mine from 2013 entitled ’Embryology as Choreography’.
It has been a good moment for me to realise, which aspects are still present in my today’s approach, and at which point they have changed.
You will notice once the new essay will be published and I will be happy to share it with you.
But here comes the one from 2013.

PDF - 114.4 kb

The text ‘Embryology as Choreography’ first appeared in: Brandstetter, Gabriele; Klein, Gabriele; Foster, Susan Leigh; Haller, Melanie; and Luken, Heike (ed), Dance [And] Theory (2013)

Published 23 January